fort // da – Umwege, Abstände, Kurzschlüsse: Medien und Performance
Arthur C. Clarke hat behauptet, dass genügend fortgeschrittene Technologien und Medien nicht mehr von Magie zu unterscheiden seien. Und ist es nicht tatsächlich erstaunlich, wenn plötzlich eine Stimme durch einen leeren Raum geistert oder eine Schrift auf einer leeren Wand aufscheint? Technologien und Medien – hier: der CD-Player, der Beamer – sind wie Tricks: Sie funktionieren am besten, wenn sie nicht oder nicht mehr als solche wahrgenommen werden. Medien lassen wie in einem klassischen Zaubertrick Dinge nach Belieben erscheinen und verschwinden, sie erzeugen Anwesenheit in Abwesenheit, sie machen evident, was in reiner Präsenz banal erschiene.
In der Performance Art, als deren herausragende Merkmale gerne die 'Unmittelbarkeit' und die 'leibliche Ko-Präsenz' genannt werden, gewinnt der Medieneinsatz deswegen ein ganz eigenes Potential. Das Seminar wird in der Bearbeitung klassischer und aktueller Performances die je spezifischen Figuren der An- und Abwesenheit untersuchen, die durch je spezifische Medien eröffnet werden. Neben einiger Theorie-Arbeit wird es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem darum gehen, die eigenen Überlegungen und Hypothesen in kurzen eigenen Präsentationen mittels durchdachtem Medieneinsatz zu demonstrieren.